Bulletin Nr. 7 – 4. Adventstürchen – Die Reise ins Outback und zurück

Vorbemerkung:
Die Fotos zum Bericht sind nach Datum geordnet und fangen mit dem ersten Reiseabschnitt von Dubbo nach Bourke an. – Die Bilder zeigen in der Reihenfolgen, wie das Land immer trockener und karger wird und bei der Rückreise sich die Farben wieder ändern bis zum Schluss die grünen Wälder und Weidelandschaften am Pazifik auftauchen.

17.12.17 Dubbo – Bourke – 370km , davon mind. 150km kerzengerade
Es war einsame Spitze!!! Ich habe seit ewigen Zeiten keine solche Fahrt mehr erlebt. Von den 370km gehörten mir nahezu 300km alleine. Wenn mir 20 Trucks und 30 Autos insgesamt entgegengekommen sind, ist das bereits hoch geschätzt. Dazu kommen noch 20 Überholer, für die ich wieder ein Verkehrshindernis darstellte mit meinen 90 bis 100 km/h. Sie waren mit einiger Wahrscheinlichkeit beruflich unterwegs und die vor ihnen liegende Strecke war für sie eher ein oft gefahrenes Grauen. Keine Spazierfahrt eines Touristen mit dem Hang zum Fahrfanatismus.

Ich habe jeden KM genossen mit meinen im USB-Stick zusammengepferchten Freunden Bruce, Neil, Bob, Mark und Leonhard und noch so ein paar Größen, die es einfach fertig bringen, mit Musik Gefühle zu wecken, die sich bei mir während der Fahrt multiplizieren. Vielleicht ist das wirklich schwer verständlich, aber das stundenlange Fahren auf einsamen Straßen lässt bei mir tatsächlich das Gefühl aufkommen, ich würde schweben. Nur übersehene Schlaglöcher und Bodenwellen reißen einem schlagartig aus dem Nirwana und man erschrickt vor dem sich nähernden Straßenrand.
Ansonsten denkt man, träumt, singt und lässt die vorbeifliegende Landschaft wirken. Im Unterschied zu Saudi Arabiens Wüsten sind die Strecken hier eine wahre optische Augenweide, die weit mehr wach hält, wie die Monotonie im Sand. Die Landschaft wechselte von riesigen Weiden, Orangen- und Weinplantagen, urwüchsigen Wäldern bis zum Buschland und kurz vor Bourke dann zu einer schwach bewachsenen Ebene. Die Temperaturen stiegen von 30° um 9 Uhr auf 43° um 14 Uhr in Bourke.

Beim Aussteigen hatte ich das gleiche Gefühl wie 1981 im Militärcamp der Saudis in Riyad. Sengende Sonne, atemraubende Hitze im ersten Moment. Die 25° im Auto hätte ich mal besser auf 30° gestellt. In Saudi Arabien hatte ich keine technische Klimaanlage, sondern war durch das permanente Transpirieren und das damit verbundene Abkühlen der Nässe auf der Haut, meine eigene Anlage mit ähnlicher Funktionsweise, nur nicht digital einstellbar. Nur viel Trinken in kurzer Zeit bracht die innere Kühlmaschine auf volle Kraft. Der Schweiß hatte gar keine Zeit sich übel riechend in einer Ecke zu verstecken, weil er von der heißen Luft abgesaugt wurde. So komisch es klingen mag: man kann in der Wüste bei starkem Schwitzen Gänsehaut bekommen, weil die Verdampfung des geradezu sprühenden Schweißes über die Verdunstungskälte für Frösteln sorgt.

Mit einer am Morgen notierten Motel Anschrift aus dem Internet notiert fuhr ich direkt in das neue Quartier. Gebucht habe ich vor Ort, denn in einem solchen Nest würde eine Überbelegung dem 8. Weltwunder gleichkommen.. Mindestens. – Natürlich waren Zimmer frei, sogar günstiger wie im Internet, sogar vorgekühlt. – An einen großen Walk war nicht zu denken, trotzdem ging ich ein paar hundert Meter zu einem Nachbau eines alten Anlegestegs am vorbeiziehenden Fluss. – Hier hatten früher Frachtschiffe Wolle, Tiere und Agrarerzeugnisse geladen und Wanderarbeiter fuhren zu ihren Farmen. Lange her.
Der australische Poet Henry Lawson sagte einmal: „If you know Bourke, you know Australia.“ Und Bourke wirbt auch mit dem Spruch, die Pforte zum Outback zu sein. – Was wohl stimmt! Nach einer Fahrt über Autobahnbreite Ortsstraßen kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier nicht nur der Hund begraben liegt. Die ganze Stadt besteht aus flachen Holzhäusern, von denen viele verlassen und herunter gekommen sind. Hier gehen die Monate November bis Februar einher mit Wüstentemperaturen. Wer hier nicht wohnen muss, der bleibt nicht hier oder er liebt dieses Klima über alles.

Einige wenige schöne viktorianische Häuser aus der Gründerzeit zieren das „Centrum“, aber noch mehr geschlossene Läden zieren die Straße. Hier steht nicht nur die Hitze, hier ist die Zeit stehen geblieben. Vielleicht hatte dieser Ort in den Gründerjahren Australiens eine große Bedeutung als Weggabelung von noch unbefestigten Straßen und deshalb notwendigen Pausen für Mensch und Tier. Auch die Schafshaltung in dieser Gegend war einst eine Erwerbsquelle. Bezeichnenderweise wirbt die Stadt mit „Bourke´s Historic Cemetery“, also dem Friedhof der Stadt. Den werde ich mir morgen vor meiner Weiterfahrt in das wohl noch gottverlassenere Nest Cunnamulla ansehen.

Der Tag war eine absolute Bereicherung der Reise. Auch wenn ich zwischendurch immer mal gedacht habe, ob es etwas bringt, solange Strecken im Auto zurückzulegen. Inzwischen weiß ich, dass es was bringt und zwar sehr viel. Meine feste Meinung inzwischen: wer Australien kennen lernen will, muss es sprichwörtlich ER-FAHREN. Mit dem Zug, aber vor allem auch mit dem Auto, weil die Straße Entscheidungsmöglichkeiten gibt und die Schienen einem auf einem nicht änderbaren Weg transportiert. Kein Anhalten an besonders schönen Punkten, immer folgen müssen. Aber immer noch näher dran wie mit dem Flieger. Der lässt nur den großen Blick auf ganze Gebiete zu, aber die schönsten Momente stecken im Detail.
Bourke hatte übrigens 2001 noch 3900 Einwohner. Im Jahre 2016 sind es noch 2800, was einer Abnahme von 29% in 15 Jahren entspricht. Mein Gefühl mit dem Hund war nicht ganz falsch.

18.12.17 Bourke – Cunnamulla 280km – immer geradeaus
Eigentlich wollte ich mir den Friedhof am Bourke anschauen und noch eine Bootsfahrt mit dem hier fahrenden Paddeldampfer machen, der lt. Programm bereits um 9 Uhr vom hiesigen Tourismusmagnet Kidmans Resort ablegt und den Darling-River rauf und runter fährt. Also um 7 Uhr raus aus dem über Nacht etwas warm gewordenem Bett. Die Klimaanlage hatte ich abends bei 22° Zimmertemperatur ausgeschaltet, da sie direkt auf das Bett gerichtet war. Erkälten kann ich mich zuhause. Morgens waren es dann 28° und ohne Duschen hätte ich nass ins Auto sitzen und das Sitzpolster saugen lassen müssen. Jeder kennt das Problem: Schweiß abtrocknen funktioniert nicht. Man gehört nach dem Versuch den ganzen Tag zum Stamm der Klammen.

Um mich noch etwas über die Outback-Pforte zu informieren, fuhr ich zum wirklich imposanten Tourismuszentrum am Stadtrand. Und das Zentrum gab dem Ruf der Stadt alle Ehre. Es war geschlossen und auch keine Öffnungszeiten angegeben. – trotzdem erfuhr von einer Plakatwand, dass der Paddeldampfer nicht fährt. Ein großes NOT war auf das Plakat geklebt. Unklar war mir, ob es nur das Schiff oder die ganze Ortschaft betraf mit der Not.

Meine Schlussfolgerung zum Ausfallen der Fahrt: Vermutlich, weil der Aufenthalt auf dem offenen 100-Passagiere-Schiff bei 35 oder 40 ° mit hoher Wahrscheinlichkeit zu ernsteren Schlagverletzungen z.B. Blaue Augen, ausgeschlagene Zähne oder Lippen führen würde. Nicht weil ich die Touristen in Bourke besonders aggressiv einschätze, sondern weil Hitze, Wasser und Schweiß bekanntermaßen die Mücken einer ganzen Region zusammen trommeln und der Mensch mit wildem Umherschlagen sich der Biester erwehren will. – Wer mal hierher kommt, kann es relativ gefahrlos probieren, weil es in Bourke tatsächlich ein kleines Krankenhaus gibt. Wahrscheinlich besetzt mit einem Bi-Arzt. Nicht was die sexuelle Ausrichtung angeht, sondern die ärztlichen Kenntnisse. Bi bedeutet: für beide Sorten Lebewesen in Australien: Mensch und Tier.

Den Besuch des historischen Friedhofes habe ich am Ende vergessen, weil ich bei der Suche nach Tankstellen, zwar zwei gefunden hatte, aber an beiden gab es kein „Unverbleit 95“ sondern nur 91er und 98er. An der zweiten hatten sie nicht einmal das 98er vorrätig. Da kommt dann kurz Panik auf wegen der Spritversorgung. Also zur ersten zurück und zwangsläufig 98er getankt und den Hyundai Tucson glücklich gemacht. Er muss mit mindestens mit dem 95er gefüttert werden will. Kostet 20cent/Liter mehr, aber besser zahlen, wie unterwegs mit dem Ersparten stehen.
Die nächste Tankstellen auf der Strecke von Bourke nach Cunnamulla wird mit 250 km angegeben. Also quasi am Zielort.

Auf der Fahrt aus dem Städtchen stellte die alte Brücke über den Darling River, aus Zeiten der unbefestigten Straßen, für mich ein wunderbares Motiv zu den Themen: „Die Tür ist zu!“ oder „Die Brücke ist geschlossen!“ dar. Anhalten war Pflicht, auch wenn sich in mir schon die Sucht nach dem Highway gemeldet hatte. Aber dann war die Straße frei und blieb frei. Noch weniger Verkehr wie gestern, d.h. auf 250 km kamen exakt 11 Autos entgegen und 3 überholten mich. Träume auf Asphalt!

Als die ersten Songs erklangen musste ich nochmal an die Fügung denken mit dem USB-Stick, den mir der Kapitän geschenkt hatte. – Sowas kann man nicht planen, es passiert oder es passiert nicht. Für meine Autoreise war es das BESTE, was er mir schenken konnte. Ich werde ihm ein Mail mit Fotos schicken und später einen kleinen Film von meinen Videoaufnahmen der Fahrt mit der Musik im Hintergrund. Ohne Musik wäre das Fahren bei weitem nicht so schön. Was soll ich über die Fahrt schreiben, ohne mich zu wiederholen? Die Landschaften wurden karger, aber trotzdem bleibt es Weideland, teilweise eingezäunt, teilweise laufen die Rinder frei rum, wovor auch mit Schildern gewarnt wird. Einmal musste ich um eine Kuh herumfahren, die einfach auf der Fahrbahn stehen bliebt und ungläubig auf meine Sonnenbrille mit Schnauzer schaute. Zugegebenermaßen sieht man dann nicht mehr viel Gesicht. – Pferdekoppeln und Schafherden waren ebenfalls Begleiter und irgendwann dann erst ein Emu und später gleich mehrere.

Ja und dann das große Sterben der Kängurus auf dem Highway. Hunderte überfahren lagen am Straßenrand, Skelette und noch relativ frische Opfer des Verkehrs. Einige waren besetzt mit ein paar Krähen, die sich über das Nahrungsangebot hier draußen freuen dürften. An manchen Stellen lagen gleich ein paar der Tiere, weil sie als Gruppe von einem LKW gemeinsam auf die letzte Reise geschickt wurden. – Natürlich dazwischen auch Schafe, Ziegen und auch Emus. Die Tiere passieren am Abend und nachts die Straße und dürften wie die Rehe in Deutschland den nahenden Scheinwerfen interessiert entgegenschauen. Bei Tempo 100kmh und 130 Tonnen Gesamtgewicht hat Bremsen keinen Sinn und das schaurige Szenario dürfte innerhalb einer Sekunde zu Ende sein. Dass sich hier Tiertragödien abspielen dürfte jedem klar sein. Bei den meisten Verkehrsunfällen gibt es nicht nur Tote.
Alle LKW und fast alle PKW, die auf diesen abgelegenen Highways fahren, haben ein Rammgitter vor dem Kühler als einziges Mittel, um lebend oder auch als Sieger solche Begegnungen zu überstehen. Traurige Wahrheit, wenn man die niedlichen Kängurus liebt. Lebend Kängurus habe ich nicht ein einziges gesehen, was die Nachtschwärmerei der Tiere bestätigt.

Nach etwas 200km kam tatsächlich eine LKW-Kneipe, die von der Uhrzeit her für einen Kaffee passte. Urige Zustände mit zwei dicken Wollschafen als Wächter und im Inneren eine Riesenwand mit Foto der Fahrer und ihrer LKW´s, die hier regelmäßig vorbeikommen. Es wäre für einen Hund sicher ein Paradies, wenn er sich nachts um die LKW´s herumschleichen und sich nach den besten Stücken von Kängurus umsehen könnte.
Wegen der Wärme nahm ich einen Cappu TO GO um diesen während der Fahrt im kühlen Auto zu genießen. Wurde aber nichts draus. Der Kaffee war zwar stark aber die Milch war aus „H“. Damit hatte ich den zweiten schlechten Kaffee in Australien bekommen und wieder war es eine Kneipe irgendwo draußen bei den Füchsen und Hasen. Es wäre besser gewesen den Kaffee schwarz zu nehmen. Hätte ich müssen wissen.

Auffällig auf dieser Strecke sind die vielen angezeigten Überflutungsstrecken auf diesem ebenen Landstreifen. In den extra etwas tiefer gelegten Straßenabschnitten stehen am Straßenrand Messlatten mit 10cm-Raster bis zu einem Meter. – Kommt man also hierher, muss man nur wissen, was das eigenen Auto verträgt und kann am Messstab sehen, ob es reicht oder ob eine Standzeit eingerechnet werden muss, bis sich das Wasser verteilt hat oder versickert ist. Lt. Recherche kann das ein paar Stunden, aber auch ein paar Tage dauern. An ungünstigen Stellen wäre es geschickt, wenn man mit dem Wagenheber das Auto hochbockt und mit Steinen unterlegt. Dann hat man noch etwas Luft, wenn das Wasser höher steigen sollte. Bei dem Landregen, den ich mit Felix erlebt habe, wäre diese Strecke für den Tucson mit Sicherheit nicht passierbar gewesen. Das kann an den noch sichtbaren Sandrändern auf der Straße erkennen. – Solche Wasserfahrten vergisst man nicht so schnell und das Glück, das man dabei hatte.

Und dann kam der Parkplatz, auf dem ein Kennworth-Road Train stand und der Fahrer am Klimagerät zu Gange war. Da sich eine Überlandfahrt mit einer Spedition wegen versicherungstechnischen Gründen nicht realisieren lies, hielt ich an und ging kurzentschlossen zum Fahrer. Ich wollte wissen, wie die australischen Trucker ihre Buden einrichten bzw. wie diese innen aussehen. Nach meiner Vorstellung als ehemaliger Fahrer im Nahost-und Europaverkehr und meiner Bitte nach einem Blick in die Kabine, lud er mich ein, ins Führerhaus zu steigen direkt hinters Steuer. Er selbst setzte sich auf das Bett, das mindestens 140cm breit war. Die ganze Kabine ausgepolstert mit Leder, 100 Knöpfe und alles picksauber und aufgeräumt. Ein Foto vom Innenleben, eines von mir am Steuer. Ich wollte nicht länger seine knappe Zeit in Anspruch nehmen.

Durch die Größe der Kabine hatte man ein richtiges gutes Raumgefühl. Während den 5-10 Minuten erzählte er, dass er mit der Fracht nach Melbourne unterwegs sei und fragte welche LKW und wo ich gefahren wäre. Da er es sichtlich eilig hatte, fasste ich kurz die Marken zusammen und die Strecken Europa und im Nahen Osten. Da versteht man sich gleich ohne viele Worte. Zum Schluss stieg er mit mir aus und bot noch, trotz der Eile, eine Zigarette an. Er wollte selbst vor der Abfahrt noch rauchen, da er im LKW nicht raucht. Eine gute Entscheidung, denn damit reduziert er den Konsum drastisch, weil so ein Dinosaurier von LKW nicht mal schnell am Straßenrand steht. Da dauert das Bremsen und Anfahren eine ganze Zeit.

Die LKW´s sehen von außen traumhaft aus, egal welche Marken. Ob Mac, Kennworth, Peterbiller oder andere. Aber bezüglich der Technik im Sitz- und Kabinenkomfort und der Umsicht, sind die europäischen Marken weit vorne. Ebenso mit der Motorentechnik und dem Verbrauch. Hier werden noch Trucker Gefühle gelebt und dazu gehören die Urviecher des amerikanischen Langstreckenverkehrs. Europäischen LKW sind noch selten. aber sie fallen auf und einige Speditionen fangen an ihre komplette Flotte umzustellen. Es dürfte der Preis der LKW noch eine Rolle spielen, da die amerikanischen Marken wahrscheinlich günstiger sind. Auf Dauer wird sich auch hier der moderne LKW durchsetzen, weil er sich nachhaltig gesehen auf Dauer günstiger und gesundheitlich besser fährt. – Nur bei der Kabinengröße im Schlafbereich sollten sich die Topmanager oder Designer in Europa etwas einfallen lassen. Wer wochenlang den LKW als Wohn-Schlaf-und Arbeitszimmer erlebt, der braucht ein Bett zum Austrecken in alle Richtungen und eine Raumgröße mit absolutem Wohlfühlcharakter. Keine nüchterne Schlafnische, auch wenn man das Bett mit 90 oder 100cm Breite als ausreichend definiert. Selber 8 Wochen mitfahren und innerhalb kurzer Zeit würde sich was ändern.

Vor dem Einsteigen in meinen PKW musste ich dann noch viele kleine geteerte Steinchen mit Clopapier von den Sohlen der Sandalen entfernen. Der Belag auf dem Parkplatz war bei 42° Außentemperatur und einer stechenden Sonne so heiß, dass sich beim Laufen einzelne Steinchen aus dem Teer lösten und sich in der Sohle festbissen. Die sind eine echte Sauerei, wenn die auf den Teppichboden kommen.

n Cunnamulla war ich bereits um 13 Uhr, weil hier wieder die Queensland-Zeit gilt, also die von Brisbane. Eine Stunde gewonnen. Kaum zu glauben, aber das von mir ausgesuchte Motel hatte neben Zimmern auch Bungalows. Ich nahm einen Bungalow, da ich früh dran war und Gitarre spielen wollte. Bei 42° ist draußen sowieso nicht viel zu machen. Cunnamulla hatte ich mir als weitestes Ziel gesetzt und sinnigerweise hieß der Bungalow Valhalla. – Im Volksschulunterricht hatte ich noch gelernt, dass die Wallhalle das Endziel der germanischen Krieger war. – Für mich war es das Endziel im Outback als Straßenkrieger

Kängurus auf dem Friedhof
Den ganzen Tag hatte ich kein lebendes Känguru gesehen, aber hunderte Tote in allen Verwesungsstadien bis hin zu herumliegenden Knochen. Und in Cunnamulla sitzen sie dann am Friedhof und fressen dort offensichtlich die Blumen von den normalen Gräbern und den Urnengräbern. Dass es sich um den australischen zentralen Seelenfriedhof für verunglückte Artgenossen/innen handelt wäre natürlich auch eine Erklärung für die vielen herumhüfenden Tiere. Insgesamt waren das auf dem gesamten Friedhof sicher 40 oder 50 Stück. Einige davor, die rein wollten, andere dahinter, die sich schon im Schlaraffenland fühlten.
Wo finden die lieben Tiere sonst noch Rosenblüten, feinste Tulpenkelche oder sonstige Gaumenfreunden, die sich normalerweise mit der harten Koste des trockenen Buschlandes begnügen müssen. – Wenn sich diese Art der Nahrungsbeschaffung unter den Kängus rumspricht, dann hat Australien demnächst ein größeres Problem bei Beerdigungen, weil die mutigen Tiere den Trauernden die Blumen aus den Händen reisen werden.
Die direkt an der vorbeiführenden Straße entlang liegenden toten Tiere sehen da schon makaber aus. Vor allem wenn sich noch 10 Krähen selbstvergessen daran zu schaffen machen.

Die Landflucht in den Outbackstädten geht nirgendwo vorbei. Cunnamulla hatte 2001 noch 1350 Einwohner, 2016 sind es noch 1020. Das sins 26% in 15 Jahren.

19.12.17 Cunnamulla – St. George – 290km
Über die Fahrt zu berichten, wären viele Wiederholungen, aber ein Vorteil des Fahrens ist es ja, dass der Kopf frei wird für viele Gedanken, wenn nicht gerade außergewöhnliche Tiere den Straßenrand säumen oder Milchkühe auf der Straße eine Wanderpause einlegen. Man weiß, dass man Zeit hat, stundenlang und dadurch lässt man sich tiefer auf sich ein und stellt irgendwann verwundert fest – nach allem Denken und Sinnieren – dass draußen die Landschaft wieder mehr Grün wie Braun aufweist. Die Veränderungen spielen sich ganz langsam, fast unmerklich ab, bis ein bestimmtes Maß an Farbveränderung stattgefunden hat, das als Gesamtbild im Kopf ankommt.

Die 300km Strecke von Cunnamulla nach St. George besteht aus einer schmalen asphaltierten Straße, weitgehend ohne Mittelstreifen. Ein LKW und ein PKW kommen aneinander vorbei, zwei LKW´s müssen auf den befestigten Randstreifen ausweichen, sonst dürften die Spiegel im Eimer liegen. Ungeübten PKW-Fahrer kann man nur empfehlen bei LKW-Gegenverkehr mit 1/3 des Autos auf den Randstreifen zu fahren. Da kommen nämlich 50m-lange Dinos mit Tempo 100 entgegen und beim Vorbeifahren rauscht es mächtig im Gebälk. 3 Sattelanhänger dürfen auf bestimmten Strecken im Outback gezogen werden. Meist Viehtransporte. Diese zu überholen mit ihrem wankenden 3. Anhänger würde ich mir überlegen, nachdem ich ca. 20km hinter einem solchen LKW hergefahren bin. Nicht getrödelt, mit Tempo 100. Und einige Gesichter der wenigen entgegenkommenden PKW-Fahrer sprachen Bände, als sie auf meiner Höhe angekommen waren. – Gerade noch mal dem Teufel von der Schippe gesprungen.

Am Ortsausgang befindet sich die einzige Tankstelle am Ort, immerhin eine. Wieder den teuren Spezialsprit getankt und im Shop beim Wasserkauf den Tipp bekommen, dass eine Wasserflasche 6,99 Dollar kostet und zwei Flaschen der gleichen Sorte 6,50 Dollar. Ob das ein abgebrühter Werbetrick ist kann ich nicht beurteilen, aber gewundert hat mich das schon. So heiß brennt die Sonne jetzt auch nicht, dass Werbeangebote dieser Art im Fieberwahn erstellt werden.

Dann bin ich wieder „ohn the road“. Alleine und zwar über 100km weder ein Auto vor mir, noch hinter mir, noch kommt mir eines entgegen. Einfach nur Straße und während ich anfange, auf einem Abschnitt von 5 km die toten Kängus zu zählen, liegt plötzlich ein toter Emu auf der Fahrbahn. Ziemlich frisch überfahren und wohl noch beim Verhör an der Seitentür von Petrus, wo bekanntlich die Tiere klopfen müssen. Kurz danach passiere ich wohl die ganze Großfamilie, die sich am Straßenrand als Trauergemeinde von der Unfallstelle wegbewegt. Ich stoppe, setze zurück und möchte den braunen Vögeln in meinem gerade begonnen Musikvideo eine kleine Nebenrolle als Ablenkung zukomme lassen. Aber die Chefin der Truppe oder der Chef geben Befehl zum Türmen. Eine kurzfristige Geschlechtsbestimmung zur Angabe der tatsächlichen Führungsrolle bei den Emus zu recherchieren, war an diesem Ort nicht möglich. . Mit Müh und Not konnte ich noch zwei Fotos von den galoppierenden Braunfedern schießen, während ich das Auto im letzten Moment vor dem Abrutschen in den Seitengraben wieder auf den Teerbelag steuerte. Gleichzeitig Fotos schießen, Geschlechtsbestimmungen von Emus durchführen und Auto fahren – geht nicht!!!

Auf der Fahrt sehe ich immer wieder Wasserlöcher und Wasserflächen , was die Erklärung des Vermieters unterstützt. Wassermangel kennt man hier nicht. Dieses wird aus der Tiefe geholt und das gibt es jede Menge durch die reichlichen Niederschläge im Winter, aber auch durch die enormen Regenmengen bei Sommergewittern. Das Wasser überflutet zwar die Straßen, sickert aber recht schnell in den Boden. Eine Information, die ich mir so nicht vorgestellt hatte. Während im Sommer von November bis Februar öfters die 45° erreicht werden, gehen die Temperaturen in diesen Bereichen im Winter auf die Null Grad oder leichten Frost. Richtig kalt wird es nie.
Der Vermieter erklärte mich auch, dass viele der 1100 Einwohner von Cunnamulla auf den umliegenden Großfarmen arbeiten würden. Bei einer so geringen Bevölkerungszahl bleiben nach Abzug der Kinder und Rentner nicht mehr viele Arbeitskräfte übrig, wobei ich nicht herausgefunden habe, welche Rolle im Arbeitsleben die Frau heute spielt. Das wäre noch zu recherchieren. Ich vermute hier draußen noch die Mutter- und Haushaltsrolle. – Aber das könnte sich auch als Vorurteil erweisen.

Die Landstraße Nr. 29 Straße führt im Prinzip 300 km durch Weideland, da überall Abzweige an der Straße in das Gelände zu sehen sind mit Namen von Farmen oder Straßennamen. Die Farmhäuser liegen immer abseits der Straße, wahrscheinlich in der Mitte der jeweiligen Farmgelände mit vielen km2 Größe. Man muss schließlich öfters zu den Tieren, als auf die Durchgangstraße um in einer Stadt zu shoppen . Da macht das Sinn. – Die Kinder werden an der Durchgangsstraße vom Schulbus abgeholt oder über das Internet unterrichtet. Fraglich ob die nachwachsende Generation das Leben im Outback noch fortführen wird.

Nach 4 Stunden bin ich in St. George und fahre die Straße am Balonne River entlang um ein Hotel zu suchen. Nach ein paar Minuten habe ich das Australia Hotel gefunden und ein Zimmer gebucht. Bei der Frage nach dem Wifi-Schlüssel bekomme ich die Antwort, dass man kein Internet habe. Aber die hatten nicht nur kein Internet, da fehlte einiges an anderen Dingen, als ich mich etwas umschaute. Also storniert und Geld in Bar zurück.
Ich fuhr das nächste Hotel an, dessen Anschrift ich mir vor der Abfahrt notiert hatte und nach ein paar Minuten war ich auch schon auf dem Parkplatz des Motels, gebucht und das Auto vor die Zimmertüre geparkt. Eine abendliche Fahrt durch St. George zeigt wieder das gleiche Bild der Städtchen im Outback. Breite Straßen, alles auf dem Reißbrett entworfen und die Holzhäuser in verschiedensten Formen. Viele „To sale“, manche neu und schick, andere in die Jahre gekommen. Mit 2400 Einwohnern wird hier von einer Kleinstadt gesprochen. – Immerhin, es gibt einen größeren Lebensmittelmarkt und einige andere Geschäfte. Die Versorgung dürfte hier stimmen, nicht zuletzt auch deshalb, weil die Stadt an der A55 liegt, einer Nord-Süd-Achse, die bei Dubbo an den Barrier Highway andoggt und in Sydney endet.

Morgen gilt Goondiwindi oder Inglewood als Ziel, gleiche Entfernung wie heute. Am Donnerstag entscheide ich, ob ich Richtung Brisbane fahre oder noch sonst wo Halt mache und dann am Freitag in Brisbane lande. Im Moment, es ist 17,30 Uhr, liegt die Temperatur draußen bei 39°, um 14 Uhr waren es noch 41°.. Morgen soll es wieder über 40° gehen und am Donnerstag ebenfalls heiß mit Gewitter, allerdings dann mit 32° merklich kühler, also eher Pullover Wetter.
St. Georg hatte 2001 2770 Einwohner. Im Jahre 2016 zählt man noch 2390 EW= minus 15%.

20.12.17 St. Georg – Goondiwindi – Inglewood – Texas – 350km
Die Reise ins Outback neigt sich dem Ende entgegen. Am Freitag bin ich spätestens in Brisbane und bin glücklich, dass ich mich zu dieser Solo-Tour entschlossen habe. Noch ca. 500km, die mich immer näher an die Zivilisation bringen mit allem, was den Kopf wieder verengen lässt. Also die beiden letzten Tage nochmal genießen und dann umschalten auf Inback.

Die Fahrt war zu Beginn genauso entspannend wie bisher, wobei ich kurz einen Schreck bekam, als links und rechts der Straße riesige grüne Felder auftauchten mit großen Bewässerungsgräben. War ich bereits in der Agrarindustrie angekommen? – Nach einigen km endeten die Felder und das normale Outback mit Viehweiden und Wald säumte die Straße. Mir war klar, dass die störungsfreien Zeiten auf der Straße heute enden würden und nach 100km taten sie das auch. Vor Goondiwindi nahm der Verkehr schlagartig zu. Mehr PKW, mehr LKW. Und mehr Hektik auf der Straße mit nervösem Überholen der 50m langen Rod Trains durch einige Mutige.

Ich fuhr über Goondiwindi, um mir den Kaffee zu holen und stellte fest, dass die 5500 Einwohnerstadt bereits Anstalten macht, hiesigen Tourismuszentrum zu werden. Die Zahl der Einwohner ist seit 2001 konstant geblieben. Weiter ging es nach Inglewood mit 700 Einwohnern ausgesucht als Übernachtungsort, aber irgendwie machten zwei von mir ausgesuchte Hotels nicht den besten Eindruck. Auch hier hat die Landflucht die Zahl der Einwohner von 860 auf 760 gedrückt, ein Verlust von 12%. So sieht es hier auch aus.

Da es erst 14 Uhr war, fuhr ich noch 50km weiter nach Texas, einer Ortschaft mit 700 Einwohner, in der sich die Bevölkerungszahl seit 2001 nicht verändert hat und buchte dort im TEXAS Motel ein Zimmer. Die 50km waren die Reise wert, weil sich hier nochmals wie im Zeitraffer die bisherige Reise präsentierte und die mit der gleichen Verkehrsarmut, wie auf den einsamsten Strecken.
Die Ortschaft Texas bekam ihren Namen von zwei Brüdern, die aus dem hiesigen Gebiet dem Goldrausch nach den USA gefolgt waren und nach ihrer Rückkehr ihren Claim, d.h. das von ihnen abgesteckte Land ab 1840 Texas nannten. Von 1860 bis 1994 wurde Tabak angebaut, verarbeitet und nach Australien, China und Europa verkauft. Es war die Hauptindustrie mit hunderten von Arbeitsplätzen Eine andere war vorübergehender Art: Die Kaninchenplage ab 1930 bis 1940 machte Texas zur Hauptstadt für Kaninchenfelle und Kaninchenfleisch. Täglich fuhren LKW ´s die Überlandstraßen entlang und sammelten die von den Trappern an die Straße gestellten Boxen mit den Kaninchen ein. In Texas war der Umschlag- und Handelsplatz für Fleisch und Felle. Ein Zug mit ein paar Waggons Trockeneis kam wöchentlich um die Kaninchen abzuholen und zur Verschiffung in den nächst gelegenen Hafen Brisbane zu liefern, von wo sie nach England verschifft wurden.

Diese Zeiten sind lange vorbei. Angemerkt sei noch, dass die Ortschaft 1891 und 1921 von zwei verheerenden Hochwassern zerstört wurde. Ein Hinweis darauf, warum in Australien überall Warnschilder stehen wegen Überflutungsgefahr. Die riesigen ebenen Flächen sammeln riesige Mengen Wasser, das nicht so schnell versickern kann, wie es auf dem Boden ankommt und sich seinen Weg an die tiefsten Stellen sucht und diese in kurzer Zeit auffüllt. Der vorbeiführende Dumaresq River zeigt am Ufer, wie hoch das Wasser vor kurzem nach einem Tag Dauerregen bereits war.
Die Zahl der Einwohner lag 2001 bei 703 und liegt heute bei 735. Die Landflucht scheint hier kein Thema zu sein. Das ganze Ort wirkt gepflegt mit einer eigenen Schule und Kindergarten. Ein Teil der Schüler wird morgens von Bussen entlang der Verbindungsstraße an den Einfahrten zu den großen Farmen eingesammelt und nachmittags wieder zurückgebracht. Das Internet wird auch hier auf Dauer die Schulen schließen, wie bereits in noch entlegenere Gebiete Australiens, wo schon seit Jahren über das Internet unterrichtet wird.

Übrigens gibt es einen Link, dort findet man alle Einwohnerzahlen von Queensland und deren Verlauf von 2001 bis 2016: www.citypopulation.de/php/australia-queensland_d.php
Natürlich auch für die anderen Bundesländer Australiens. Interessant für jeden, der sich näher mit einzelnen Städten und Ortschaften befassen möchte. Ein wenig Wissen schadet nicht, wenn man durchs Outback reist und sich frägt, warum hat es hierher Leute verschlagen. Heute gibt es in Texas etwas Tourismus, aber der dürfte sich im Rahmen halten. Campingplatz und Fluss zum Fischfang sind die Attraktionen und ein Museum, das obige Geschichte zeigt. Und natürlich zwei drei Walks zu besonderen Bäumen, Sträuchern und Gräsern. Interessant ist Texas für Tourer des großen RURAL GETAWAY, einer Auto- und Wandertour von Warialda bis Mundubera an 6 Nationalparks vorbei oder durch diese durch mit vermutlich 100 Walks oder mehr. Irgendwo steht immer ein Baum, der Besonderheiten aufweist oder gar ein Stein, an dem eine Gewehrkugel beim Hasenjagen eine Schramme hinterlassen hat. ☺))

Zum Tagesabschluss gibt es noch ein Steak, schließlich heißt das Motel auch Texas Motel und führt noch das Texas Steak-House. Wenn man schon mal in Texas ist, möchte man auch ein Steak aus Texas. Es wird ein Texassteak, genauer gesagt, zwei dicke Scheiben mit ca. 400gr, nicht zu schaffen, aber für den nächsten Tag ein Teil zur Seite passt auch. Eine warme Nacht folgt, vielleicht auch wegen der Masse an Fleisch, was bekanntlich die Verdauung richtig Kraft kostet. Aber sei´s drum. Texas bleibt Texas.

21.12.17 Texas – Tenderfield – Woodenbong – Brisbane – 450km
Um 6 Uhr wache ich auf in einem ziemlich warmen Raum und mit ziemlicher Klammheit. Weiterschlafen hat keinen Wert, also raus unter die kalte Dusche, die warm bleibt. Meine Reiseplanung sieht noch eine Nacht in Woodenbong vor, irgendwo in der Prärie Richtung Brisbane mit Ungewissheit des Straßenzustandes. Ich checke das Wetter und es sind schwere Gewitter für den Nachmittag und den nächsten Tag angesagt. Die Sache ist klar. Ich fahre heute nach Brisbane, nehme aber die von mir bereits ausgesuchte Nebenstrecke.
Da die Fahrt zunächst über die Grenze von Queensland nach New South Wales führt, ist es 20 Minuten nach 8 Uhr schon 9,20 Uhr in NSW-North-South-Wales. Eine Stunde später dran, die ich im Laufe des Tages wieder zurückbekomme. Eine herrliche Strecke führt mich durch Weiden, Wälder und Trockengebiete. Fast die ganzen 10 Tage wiederholen sich nochmals zusammengerafft. Wie immer mit meinen Freunden an Bord, die heute Morgen von Leonhard angeführt werden.
Und während Leonhard von seiner „Julia“ singt, springen plötzlich zwei Kängurus auf die Straße und mit einem jähen Bremsmanöver verhindere ich selbst die Erlegung eines möglichen Weihnachtsbratens. Während Leonhard den Kängurus nachsingt, gebe ich wieder Gas und genieße die Landschaften und vor allem den Null-Verkehr. Zwischendurch drehe ich ein Video für spätere Zeiten auf der Mattenmühle.

In Tenderfield sehe ich gerade noch den Abzweig Woodenbong und wundere mich, dass mir das Navi 20km lang Nerven tötend einredete, ich soll wenden, obwohl die Strecke teilweise einen super Belag aufweist. Eigentlich hatte ich eine andere Route nach der ADAC-Karte gewählt. . Die wäre – wie sich bald zeigte – auch richtig gewesen. Nach ca. 40km wurde die Strecke abwechselnd als Schotterpiste und wieder als geteerte Straße geführt, aber umkehren wollte ich nicht mehr, zumal das Navi jetzt wieder Witterung aufgenommen hatte und mir die Strecke im Verlauf und den Entfernungen anzeigte. Stilles Einverständnis der Dame mit meinem Willen. Manchmal hat es doch Sinn, wenn man Leute reden lässt und nicht darauf hört.

Die dunklen Wolken am Himmel machten mir zunehmend Sorgen, die ersten Tropfen lösten auch auf meiner Stirn das Tropfen aus, trotz Klimaanlage. Mir waren die Schotterstrecken nicht geheuer, vor allem nicht die Schilder mit den Hinweisen, dass bei Regen der Untergrund rutschig wird. Die vielen tiefen Stellen mit den Überflutungsschildern trugen nicht zur Beruhigung bei. Also gibt es nur einen Weg, nach vorne und mit Vollgas immer vor den dunklen Wolken her, mit einem Auge immer auf der Scheibe die Tropfenanzahl im Auge. Und irgendwann hatte ich einen Vorsprung herausgefahren. An einer Brücke stieg ich aus, weil mir sowohl die Brücke als auch der Bach als schöne Fotomotive aufgefallen waren. Anhalten konnte ich auf einem Platz, neben zwei Ferienhäusern mit davor geparkten Autos. Also alles unverdächtig und normal., wie ich fälschlicherweise dachte.

Nach der Rückkehr erwarteten mich nämlich 20m vor dem Auto eine riesengroße Dogge und zwei kleiner Hunde, die wie verrückt kläfften. Ein schreiender Besitzer war nicht zu sehen, die Haustüren der beiden Hütten waren geschlossen. – Mit den Zerfleischungs-Berichten aus den Zeitungen im Kopf und meiner fehlenden Tollwutimpfung versuchte ich so ruhig wie möglich an das Auto zu gelangen. Sicher eine filmreife Szene für den Film „Silent feeds and hungry Dogs“. Neben mir die Dogge, hinter mit die hopsenden Kläffer und ich als Hauptdarsteller mit langsamem Gang. Ganz ruhig bleiben, hatte ich mal als Kind gelernt. Ja keine schnellen, für den Hund erregenden Bewegungen. Nur die beiden letzten, das sich „in den Sitz werfen“ und das „Türe zu schlagen“ ging blitzschnell. Meinetwegen hätte die Dogge auch noch die Schnauze dazwischen bekommen können, aber zum Beißen sollte es nicht mehr reichen. Die kleinen Hunde bellten und hopsten jetzt noch lauter und dann mischten sich plötzlich unter das Bellen, die gellenden Schreie einer aus einer Hütte stürzenden, leicht bekleideten Frau. Irgendwie schien mir, dass sie den Vorfall eventuell bei den mehr oder weniger zum Haushalt gehörenden Tätigkeiten zunächst nicht mitbekommen und erst das Knallen der Autotür aufgeschreckt hatte. Es hätte ja auch der Ehemann sein können auf dem „Walk nach Inflagranti“, einer Ortschaft, die es weltweit überall gibt.

Nach dem Schrecken fuhr ich – zu meinem eigenen Schrecken – sicher einen ganzen km auf der rechten Spur, obwohl es im Kopf arbeitete und ich neben der Schreckverarbeitung registrierte, dass der Filmabschnitt einen kolossalen Regiefehler haben musste. In der ersten Kurve fiel dann der Groschen, in der nächsten Kurve wäre der Kotflügel und andere Teile gefallen. Da kam mir nämlich ein Pick Up mit Känguru Grill entgegen und ich wäre das Känguru gewesen. An dieser Stelle merkte ich, dass die Linksfahrerei zwar zu 99,9% lief wie am Schnürchen funktionierte, aber eben immer vom Verstand gesteuert. Bei tiefer gehenden Vorkommnissen, schaltet sich das Gefühl ein und möchte das Steuer nach gewohnter Art übernehmen und das beutet immer noch: Rechtsfahrgebot.

Bis Woodenbong fuhr ich nach den ersten schönen 40km Straßenabschnitten abwechseln auf 40km Schotterpisten und 40km Teerstraßen. Bei Regen sicher der Horror pur mit einem Normal-Antriebs-Mietwagen wegen den Unfallgefahren und der Einfärbung durch den Straßendreck in den Farben grau, gelb und rot. Die Strecke war landschaftlich und hinsichtlich des notwendigen Fahrerkönnens toll und äußerst anspruchsvoll. Ab den ersten Regentropfen hätten eventuelle Mitfahrer ihre helle Freude gehabt mit ihren zu Berge stehenden Haaren. Die Bodenwellen im Fahrbahn Belag waren gleich denen auf Fraser Island, nur das Auto war kleiner. Menschen mit nervösem Magen wären hier seekrank geworden und hätten die Zwischenräume im Schotterbelag gefüllt. Hat aber am Ende vor dem Regen gereicht! Auch dem kleinen Känguru, das hinter seiner Mutti über die Straße hüpfte – hätte exakt in den Bräter gepasst. Weihnachten vor der Tür und noch keine Gans im Kühlschrank. Da wird man unterwegs zum Jäger.
Nach Woodenbong wurden die Straßen besser, der Verkehr stärker und nach einer 40km Fahrt durch den „Schwarzwald“ landete ich in einer kleinen Stadt und mit ihr im ganzen normalen Leben in Australien. Ab hier und für die letzten 120km war ich Teilchen einer endlosen Kolonne von Autos, die sich Richtung Brisbane bewegte. Erst am Flughafen scherte ich aus und stelle mein Mietwagen auf den Parkplatz von Europcar, dem Vermieter. – Ausräumen, Rucksack packen, zum Office von Europcar durchfragen und dann zum Taxiplatz.

Während ich noch mit dem Handy ein UBER Taxi anfordern wollte, kam bereits ein freundlicher Herr des Flughafenpersonals und fragte ob wer mir helfen könne. Ich sagte ihm dass ich ein Taxi am Suchen bin und er öffnete eine Schranke und ein Taxi fuhr vor. Kein UBER, ein ganz normales und damit teureres. Aber nach der Klage des Taxifahrers, der mich am Start der Tour morgens um 4 zum Bahnhof gefahren hatte, über die Preistreiberei von UBER , war es für mich ein Wink des Schicksals. Ich muss gestehen, ich fuhr mit einem guten Gefühl in einem Kleinbus eines indischen Taxifahrers zur Wohnung von Felix und bezahlte gerne 40 Dollar = 29 Euro. Mit UBEER hätte es mich vermutlich 30 Dollar gekostet, aber dieses Mal hatte UBER Pech. Manchmal schließen sich Kreise, die man selbst nicht besser hätte schließen können.

Um 14,30 war ich vom Outback im Highback, 18. Stock, Connor- Street angekommen. Drunten auf den Straßen das reale Leben der Stadt. Es ist die Höhe, aus der man auf die Stadt schaut und sich nicht mittendrin sondern über der Stadt fühlt. Nur das Gebäude steht mittendrin.

Vorläufiges Fazit der Outback-Reise – das endgültige braucht noch die Schiffsreise
Wer das Land Australien kennenlernen möchte, fühlen möchte, wie es tickt, der muss neben den Tourismuspunkten in das Land hineinfahren, das Land erfahren.
Hintergrundinfos:
1901 unter Großbritaniens König Eduard VII in die Unabhängigkeit entlassen, steht das Land gerade mal etwas über 100 Jahren auf eigenen Füßen und baut auf weitere 120 Jahre Kolonialismus der übelsten Sorte auf. Von geschätzten 1 Mio. Aborigines zu Zeiten der Entdeckung Australiens durch James Cook um 1770 lebten um 1900 noch 50000. Der Rest war vor allem durch eingeschleppte Krankheiten der Kolonialherren, aber auch und durch kriegerische Auseinandersetzungen zugrunde gegangen. Dazu kommen die Verbrechen an 5000 Abrorigines-Kindern, die zwischen 1910 und 1970 zwangsweise in weißen Familien oder Waisenhäusern als staatlich verordnete Assimilationsmaßnahme erzogen wurden. Erst im Jahre 2007 entschuldigte sich der damalige Präsident Rudd bei den Ureinwohnern für die Verbrechen. Insoweit kann die 40000 Jahre Aborigines-Zeit dem heutigen Australien nicht als kulturelle Vorgeschichte zugeschlagen werden.
Ohne Grundwissen über das Land bleiben viele Zusammenhänge nicht verständlich. Sich informieren über die Besiedlungsgeschichte genauso, wie über die heutige Entsiedlungsgeschichte, der Landflucht aus dem Outback . Diese hängt eng zusammen mit dem Eindringen der Europäer in das Innere des Landes, einer lebensfeindlichen Umwelt für Menschen aus dem alten Kontinent. Was in der Besiedlungszeit ab etwa 1820 für die damaligen Auswanderer aus England die Chance einer neuen Existenz bedeutete, endet bei den heutigen Arbeitsmarktmöglichkeiten mit dem Wegzug der Nachfahren aus unterschiedlichsten Gründen. Es locken heute andere Regionen, deren Lebens- und Arbeits-bedingungen dem „Weißen“ eher entgegenkommen und wiederum andere, neue Chancen in der neuen Zeit bieten. Wer es draußen im Outback zu etwas gebracht hat, dem ist das dortige Leben lieb geworden.

Reise
Man muss mit den Vermietern der Motels sprechen, die meistens älter sind und noch vieles über die letzten Jahrzehnte erzählen können. Den Rest kann man nachlesen in den Historischen Ausführungen die in den Outbackortschaften und Städten in den dortigen Tourismusinfobüros gerne bereitgehalten werden.
Überall wird versucht, die verlorenen Arbeitsplätze aus den ursprünglichen Besiedlungszeiten zu ersetzen. Mit wenig Erfolg, wenn man die sinkenden Zahlen der Einwohner in den Out Backs betrachtet. Die Handwerksberufe von einst werden heute durch Märkte ersetzt oder man braucht sie nicht mehr. Industrie siedelt sich so weit von den Geschäftszentren nicht an Tourismus wird versucht mit allen möglichen Attraktionen, die man versucht aus der Geschichte aufzubauen. Jedes Ort hat ein kleines Dorfmuseum und irgendein Gebäude mit historischem Hintergrund. Überall werden Nationalparks beworben für Wanderungen und Exkursionen, zu Fuß, mit dem Pick Up oder mit größeren Fahrzeugen.

In Bourke z.B. wurde ein großes Tourismuszentrum mit ansprechendem Äußeren gebaut. Man wirbt damit, dass Bourke das wirkliche Tor ins Outback wäre, weil der Schriftsteller Henry Lawson dies 1889 festgestellt hat, als er mit einer Pferdekutsche ankam und mehrere Monate in Bourke weilte. Allerdings hat Bourke in den letzten 15 Jahren 30% Einwohner-rückgang und die Zahl der leerstehenden und verlotterten Gebäude ist beachtlich. Wäre Henry Lawson heute mit seinem Pick Up hier, würde er zum gleichen Schluss kommen, aber die Romantik in diesem Satz hätte einen bitteren Beigeschmack. Wer hier lebt, muss die heißen Sommer mit monatelang täglich 35 bis 45° lieben und die Realität mögen, dass es hier nicht viel Abwechslung gibt, erst wieder viele hundert km weiter. Oder man lebt hier, weil man eine Arbeitsstelle in einer der großen Farmen hat und sich keine Veränderung vorstellen kann bzw. keine anderen Chancen hat.

Hier wird der Unterschied deutlich zwischen Reisenden – so auch zu mir – die im Outback viel Romantik und Einfachheit sehen und dieses Gefühl mitnehmen als Erinnerung an eine Zeit in einem Gebiet, wo noch Einfachheit und eine gewisse Rohheit und Authentizität herrscht. Wo die Straßen über hunderte von km von wenigen Autos befahren werden und Zäune nur in seltenen Fällen für die Weiden benutzt werden. – Grenzenlose Weite kann man hier tatsächlich richtig spüren und das ist im Gegensatz zu den engen Grenzen in den Städten oder zuhause in Europa ein Gefühl von Freiheit, das man nur hier draußen empfinden kann. Mitnehmen kann man das Gefühl nicht, nur die Erinnerung an diese Stunden.
Wer hier wohnt, hat diese Freiheit immer, jeden Tag. Aber auch für immer und damit auch all die weniger schönen Dinge des Outbacklebens, die offensichtlich so gravierend sind, dass alle Orte mit der Landflucht zu tun haben.

Aus den Siedlern von einst sind Großfarmen mit tausenden von Rindern und Milchkühen übrig geblieben und kleinere Farmen, die um ihre Existenz kämpfen. Mit den großen Farmen blieben Arbeitsplätze für die Bewirtschaftung, die allerdings durch die Motorisierung und Automatisierung gegenüber früheren Zeiten stark reduziert wurden. Hier fahren Schlepper über die Äcker, neben denen die Traktoren, der Stolz eines jeden Achertäler Bauern als Rasenmäher gelten. Es wird im Outback auch versucht, große Flächen mit Grundwasser über ein verzweigtes Kanalsystem zu bewässern um neue Agrarflächen mit neuen Produkten zu gewinnen, welche die Wärme im Outback benötigen aber auch genügend Wasser. Hier werden Millionen investiert bei gleichzeitiger Monokulturentwicklung und deren bekannten Nachteilen im Umweltbereich.

Das Thema Wasser spielt nach Aussagen vieler Vermieter keine Rolle, weil das Grundwasser einen permanent hohen Stand aufweist. Das weite Land fängt wie ein Backblech mit löchrigem Boden das Wasser auf und lässt es versickern. Nur ein kleiner Teil fließt über die Flüsse ab, wenn das Wasser nicht schnell genug durch die Risse in den Boden gelangen und das Blech überläuft. Das Thema großflächiger und kurzfristiger Überflutung spielt dagegen eine große Rolle, weil die endlosen Straßen durch die ebenen Flächen an vielen Stellen etwas tiefer gelegt werden, damit auf der großen Fläche eine Wasserausgleich stattfinden kann und Straßen nicht zu Dämmen werden. Tausende Warnschilder weisen auf diese Stellen hin, die jeweils mit einer Messlatte bis 100cm Wassertiefe ausgestattet sind, Jeder Outbackbewohner kennt die mögliche Durchfahrtshöhe seines Autos und kann dann entscheiden, ob er durch die Wasserfläche fahren kann oder nicht. Mein Hyundai Tucson hätte 30cm gepackt.

Wegen Großüberflutungen von ganzen Ortschaften in der Vergangenheit hat ein staatliches Hochwassermanagement solche Naturereignisse gut im Griff. – Der Einzelne vor Ort muss trotzdem selbst schauen, wie er mit Hochwasser umgeht. Wer ohne Wetterplanung in das Outback fährt darf sich nicht wundern, wenn er im günstigen Fall irgendwann auf einer Straße steht und warten muss, bis der Wasserstand an der Flutstelle eine Passage möglich macht.
Ein Thema im Outback sind auch die Kängurus, weniger wegen ihrem seltsamen Aussehen sondern wegen ihrem Verhalten auf der Straße. Wie schon im Bericht erwähnt, muss man in Gebieten mit Känguru-Warnschildern auch mit deren plötzlichen Überquerung rechnen. Zeit zum Bremsen bleibt nicht viel, weil es um wenige Sekunden geht. Es ist mehr oder weniger ein Glücksritt, wenn man zwischen 18 Uhr abends und 8 Uhr morgens ohne Begegnungen dieser Art durchkommt.

Die Straße zwischen Bourke und Cunnamulla mit hunderten von toten Kängurus in allen Verwesungstadien bis zu herumliegenden Knochen war für mich ein sehr eindrucksvolles Szenario. Hier wird nichts beseitigt, weil die Natur mit Hitze und Tieren diese Aufgabe übernimmt.
Einem durchfahrenden deutschen Tierschützer/in würde ich aber empfehlen, den Augenhorizont immer einen Meter über der Straße zu halten. Dann fallen auch größere Tiere nicht in den Blickwinkel. – Die großen Road-Trains mit 53m Länge und 132 Tonnen Gewicht bügeln mit ihren Frontgittern auch ganze Kängurufamilien nieder, weil Bremsen keinen Sinn macht. Die Population wird durch diese im Outback als natürlich betrachtete Minderung nicht gefährdet. Optisch gewöhnt man sich nach 300km Fahrt auf der Knochenstreet an den Anblick und wird nur noch etwas unruhig, wenn frisch überfahrene Kängurus auf der Straße liegen. Eine Variante des Känguruproblems sind die Emus, die ebenfalls die Straße ohne nach links und rechts zu schauen überqueren und dadurch immer wieder zu sprichwörtlichen Pechvögeln werden. Allerdings eher selten, aber die witzigen Vögel wecken irgendwie mehr Mitleid.

Zusammengefasst:
Wer Australien bereisen möchte, sollte sich die Fahrt gönnen. Abseits von Touristen-strömen kann man das Land kennenlernen und die Ruhe und Abgeschiedenheit genießen. Ob mit Allrad oder ohne kommt auf die geplanten Touren an. Auf jeden Fall ein SUV wegen der Sitz- und Kühlerhöhe. Diese schützt nämlich bei Tierbegegnungen vor plötzlichem Besuch durch die Scheibe auf dem Beifahrersitz und dem jähen Ende der Tour.
Ein Grundwissen über Australien sollte man sich vorher über das Internet oder ein Buch aneignen. Über die Geschichte, über die Regionen, über die Tourismusindustrie und über notwendige Verhaltensweisen bei Touren in abgelegene Gebiete.
Die Motels kann man immer vor Ort buchen, weil immer Zimmer frei sind. Meist günstiger wie über das Internet, weil der Vermieter keine Gebühren zahlen muss. – Eine Möglichkeit: man sucht sich im Zielort vor der Abfahrt ein Motel aus, das einem preislich und von der Lage zusagen würde. Damit hat man eine Anschrift für das NAVI. Vor Ort frägt man dann und kann buchen oder kann weiter suchen. So einfach geht´s im Outback.
Wer nicht gerne PKW fährt oder lieber Trubel mag, sollte die Finger davon lassen. Es wird sonst zur Quälerei mit Garantiezusage. Bei Masochismus-Neigungen wiederum ein Lebenstraum.

Wichtiger Tipp: die Lieblingsmusik und davon reichlich auf dem Stick mitnehmen. Dann wird die Fahrt zum Genuss und mitsingen oder mitsummen ist jederzeit möglich und beschwingt das Herz. Mich haben Bruce Springsteen, Leonhard Cohen, Bob Dylan, Mark Knopfler und Neil Young in der Hauptsache begleitet. – Ihnen an dieser Stelle meinen herzlichen Dank.

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